Steuerrecht/Familienrecht: steuerpflichtiger Nutzungswert von Firmenfahrzeugen und die unterhaltsrechtlichen Auswirkungen

Die Nutzung eines Firmenfahrzeuges führt zu steuerpflichtigem Einkommen. Wenn kein Fahrtenbuch geführt wird, wird 1 % des Bruttolistenpreises des Firmenfahrzeuges pro Monat als geldwerter Vorteil versteuert sowie 0,03 % des Bruttolistenpreises pro gefahrenen Kilometer vom Wohnort bis zur Arbeitsstätte. Der BFH hat sich nun mit Urteil vom 30.11.2016 (Aktenzeichen XII R 2/15) mit der Frage befasst, ob und in welchem Umfang vom Arbeitnehmer getragene Kostenbeteiligungen bei Nutzung eines Firmenfahrzeuges die Steuerlast mindern.

Hinsichtlich der Beteiligung von Arbeitnehmern an den Aufwendungen für ein Firmenfahrzeug gibt es verschiedene Modelle, von pauschalen monatlichen Beiträgen über Pauschalen für privat gefahrene Kilometer bis hin zur Beteiligung an dem tatsächlichen Aufwand, verschiedene Modelle sind denkbar.

Der BFH hat nun bestätigt, dass ein pauschales Nutzungsendgeld, das der Arbeitnehmer zu tragen hat, auf den zu versteuernden Nutzungswert angerechnet werden kann. Die Entscheidung stellt aber zusätzlich klar, dass von dem Arbeitnehmer tatsächlich getragene Kraftfahrstoffkosten für Privatfahrten ebenfalls auf den Nutzungswert anzurechnen sind.

Kann ein Arbeitnehmer so zum Beispiel durch Tankbelege nachweisen, welche Kraftfahrstoffkosten er im Jahr für private Fahrten aufgewandt hat, sind diese Aufwendungen von dem Nutzungswert in Abzug zu bringen. Es ist jedem Arbeitnehmer zu raten seinen privat getragenen Aufwand für die Nutzung des Firmenfahrzeuges zu dokumentieren.

Bezüglich des Firmenfahrzeuges ist noch auf folgendes hinzuweisen: Unterhaltsrechtlich ist die Nutzung eines Firmenfahrzeuges als Einkommen zu bewerten. Nach den Leitlinien des Oberlandesgerichtes Koblenz (Ziffer 4.) werden die steuerrechtlich in Ansatz gebrachten geldwerten Vorteile unterhaltsrechtlich als zusätzliches unterhaltsrelevantes Einkommen berücksichtigt und erhöhen somit das unterhaltsrelevante Einkommen und die Unterhaltspflicht. Wenn steuerlich Aufwendungen des Arbeitnehmers als Abzugsposten von den geldwerten Vorteilen akzeptiert werden, sollte dieser Aufwand auch familienrechtlich durchsetzbar sein, so dass sich auch das unterhaltsrechtlich relevante Einkommen durch diesen Aufwand entsprechend reduziert.

Diese Entscheidung wurde mitgeteilt von

Sandra Zavelberg

Rechtsanwältin

Fachanwältin für Familienrecht

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